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Heinrich-Theissing-Institut Schwerin  >  Start  >  Portrait Heinrich Theissing

Wer war Heinrich Theissing?

Apostolischer Administrator in Schwerin,

* 11.Dezember 1917 in Neisse (Schlesien)

† 11. November 1988 in Schwerin (Mecklenburg)

  • Heinrich Theissing wurde in Neisse, dem sogenannten „schlesischen Rom“ , als Sohn eines Rechtsanwalts und Notars geboren. Schon mit 12 Jahren war er in der katholischen Jugendbewegung aktiv. Nach dem Abitur studierte er Theologie in MĂŒnchen, Breslau und Wien. 1940 wurde er im Dom zu Breslau zum Priester geweiht.
  • Seine ersten Kaplansstelle war in Glogau/Schlesien. Zum Kriegsende wurde Glogau - wie auch seine Geburtsstadt Neisse - zerstört. Mit einem Vertriebenentreck kam der junge Geistliche 1945 nach Cottbus, wurde Kaplan in Görlitz und im Juni 1946 zum Diözesanjugendseelsorger berufen. Unter seiner Regie wurde Neuzelle zum Wallfahrtsort und zu einem Zentrum der Jugendseelsorge, er begrĂŒndete auch das Neuzeller Diaspora-Apostolat.
  • 1953 wurde Heinrich Theissing zum Ordinariats- und Konsistorialrat ernannt. In den folgenden 17 Jahren ĂŒbernahm er wichtige Aufgaben in der erzbischöflichen Kurie des kleinsten Bistums Deutschlands. 1960 erhielt er die Ernennung zum Domkapitular. Er selbst war auch als Schriftsteller tĂ€tig und gab eine Reihe von GlaubensbĂŒchern und  Antologien religiöser ErzĂ€hlkunst heraus. Die Auseinandersetzungen mit dem sozialistischen Staat und dessen marxistisch-atheistischer Ideologie waren fĂŒr ihn besonders prĂ€gend
  • Am 13. MĂ€rz 1963 ernannt Papst Johannes XXIII. Heinrich Theissing zum Titularbischof von Mina und zum Weihbischof von Berlin. Als solcher war er mit der Leitung der Seelsorge in den brandenburgischen und pommerschen Gebieten des Bistums Berlin betraut und nahm auch am 2. Vatikanischen Konzil teil. Besonderes Aufgabengebiet war die Leitung der Arbeitsgemeinschaft Seelsorge in der Berliner Ordinarienkonferenz. Stets war er um VerstĂ€ndigung mit den jungen polnischen Christen bemĂŒht.
  • Im Februar 1970 erhielt Heinrich Theissing die Ernennung zum Koadjutor des Bischöflichen Kommissars fĂŒr Mecklenburg mit dem Recht der Nachfolge. Bereits im August 1970 ĂŒbernahm er dieses Amt von dem aus KrankheitsgrĂŒnden resignierenden Schweriner Weihbischof Dr. Bernhard SchrĂ€der. 1973 ernannte Papst Paul VI. Bischof Heinrich Theissing zum Apostolischen Administrator in Mecklenburg. Bischof Theissing fĂŒhrte die katholische Kirche Mecklenburgs durch die letzten beiden Jahrzehnte der SED-Diktatur. Er setzte das Werk seines VorgĂ€ngers fort, war aber mehr auf die EigenstĂ€ndigkeit kirchlicher Strukturen und eine weitgehende UnabhĂ€ngigkeit vom Bistum OsnabrĂŒck bedacht. Besonders bemĂŒhte er sich um die Seligsprechung des großen dĂ€nischen Naturforschers und heiligmĂ€ĂŸigen Bischofs Niels Stensen, der 1685/86 als einfacher Priester in Schwerin wirkte und hier starb. Noch kurz vor seinem Tode konnte der inzwischen in den Ruhestand getretene Bischof die Seligsprechung Niels Stensens am 23. Oktober 1988 in Rom erleben. Heinrich Theissing starb kurz nach der RĂŒckkehr aus Rom am Martinstag 1988..

 

 

Aktueller Aufsatz

PDF-Datei des Aufsatzes

„Bischof sucht Bischofskirche. Apostolischer Administrator und provisorische Kathedrale in Schwerin“,

aus  â€žZeitgeschichte Regional“

18. Jg, Heft 2 (Dez. 2014).

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