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Gutachten des Heinrich Theissing Institutes

Aufarbeitung und Versöhnung VI

Zur Arbeit der Enquete-Kommission "Leben in der DDR, Leben nach 1989 - Aufarbeitung und Versöhnung"

Expertisen und Forschungsstudien zum Thema "Kultur und religiöses Brauchtum"
Landtag Mecklenburg - Vorpommern

ISBN 3-932447-06-9


Die Klassiker des Marxismus-Leninismus, namentlich Karl Marx und Friedrich Engels sowie Vladimir Iljitsch Lenin  selbst, hatten an ihrer dezidierten Einstellung zur Religion als „Opium fĂĽr das Volk“ und den christlichen Kirchen als Einrichtungen des „institutionalisierten Aberglaubens“ und VerbĂĽndeten der „bĂĽrgerlichen Reaktion“ keine Zweifel gelassen. Der Reli-gion setzten sie eine materialistische Weltanschauung entgegen, die sich mit dem Sieg der revolutionären Arbeiterklasse und der EinfĂĽhrung des Sozialismus als Vorstufe zum Kom-munismus geschichtsdeterministisch durchsetzen und das Absterben der Religion herbei-fĂĽhren wĂĽrde.
Die KPD in der Weimarer Republik als oppositionelle Kaderpartei mit dem Anspruch der re-volutionären Liquidierung der parlamentarischen Demokratie stand unzweideutig auf dem Boden dieser Theorien und begann, in den eigenen Reihen eine materialistische Kultur „proletarischen Freidenkertums“ als Alternative zu den religiösen Riten an den Lebens-wen-den auszubilden.